Der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV)
Verkehrsdezernent Uli Diederichs, Kreisverwaltung Daun
Der »neue« ÖPNV im Landkreis Daun
Das vom Kreistag beschlossene neue integrierte ÖPNV-Konzept startete zum Schuljahresbeginn 1998/99. Kernpunkt dieses Konzeptes ist ein bezahlbarer ÖPNV bei gleichzeitiger Angebotsverbesserung. Dies dadurch, dass die bis dahin reinen Schul- und Kindergartenbusse (90 °/o der Busverkehre) in den »normalen« Linienverkehr integriert worden sind. Da die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste diese jetzt auch als Linienfahrten nutzen können, ist das ÖPNV-Angebot viel breiter geworden. Im Einzelnen umfasste dieses ÖPNV-Angebot im Landkreis Daun im Jahr 1999 über 160.000 Linienfahrten mit rund 2,5 Millionen km Fahrstrecke. Hierbei wurden etwa 2,4 Millionen Fahrgäste befördert.
Verkehrsverbund Region Trier (VRT)
Rheinland-Pfalz will flächendeckende Verbundlösungen für das ganze Land realisieren. So auch im Bezirk Trier wegen der verkehrlichen Verflechtungen der Landkreise Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und der Stadt Trier untereinander. Durch die Bildung eines Gemeinschaftstarifes soll die unübersichtliche Vielfalt an Fahrscheinen, Fahrpreisen und Tarifbestimmungen beseitigt werden. Dieser Gemeinschaftstarif bewirkt insbesondere für diejenigen Fahrgäste im Nahverkehr, die umsteigen müssen (vom Bus auf die Bahn), dass sie ihr Ziel einfacher und kostengünstiger erreichen können, weil sie nur noch einen Fahrschein brauchen.
In der Vorlaufzeit haben umfangreiche Verhandlungen zwischen den Landkreisen und der Stadt Trier und den dort konzessionierten Verkehrsträgern (Busunternehmen sowie die Deutsche Bahn AG) stattgefunden. Verbundstart wird der 1. 1. 2001 sein. Die Gründungsversammlung des »Verkehrsverbund Region Trier« (VRT) mit Vertragsunterzeichnung hat am 16. 6. 2000 in Trier statt gefunden. Vorteile des Verkehrsverbundes sind, dass die Nutzer im gesamten Verbundgebiet nur einen Fahrschein benötigen, dass ein gemeinsames Marketing durchgeführt wird, dass die Schülerjahreskarte nicht wie bisher nur 10 Monate Gültigkeit hat, sondern 12 Monate, dass es attraktive Tages- und Gruppenkarten geben wird, dass die Bahn-Card - anders als in anderen Verkehrsverbünden - gilt und dass es ein »Schönes Wochenend-Ticket« und ein »Studenten-Ticket« geben wird. Insgesamt wird es billiger und besser für die ÖPNV-Nutzer.
Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)
Zum 1. 2. 2000 wurde das Tarifgebiet des VRS, das bis dahin nur bis nach Jünkerath ging, bis einschließlich Gerolstein ausgedehnt. Von den damit einher gehenden Kosten in Höhe von rund 100.000.- DM im Jahr übernehmen das Land Rheinland-Pfalz 50 %, der Landkreis Daun und die Verbandsgemeinde Gerolstein jeweils 25 %.
Die Einführung des VRS-Tarifs wurde mit einer vorgeschalteten Werbekampagne begleitet. Nach Informationen von Kreisverwaltung, DB-Regio und VRS ist der Verbundstart bis Gerolstein sehr gut angelaufen und wird immer beliebter. Das ist auch verständlich, kann man beispielsweise mit bis zu fünf Personen für zurzeit 37.- DM nach Köln und zurück fahren und in Köln alle S-Bahn und Straßenbahnlinien benutzen. Nach langem Hin- und Her -verursacht durch technische Fehler - hielt mit dem kleinen Fahrplanwechsel am 28. 5. 2000 auch die Neigetechnik (»Pendolino«) wieder Einzug auf der Eifel-Strecke von Köln nach Trier. Dies bringt von Gerolstein aus sowohl nach Köln als auch nach Trier jeweils eine Ersparnis an Fahrzeit von 20 Minuten.
Eifelquerbahn Mayen-Gerolstein
Im Frühjahr 2000 hat im Kreishaus ein Gespräch bezüglich touristischer Sonderfahrten auf dem Streckenabschnitt Kaisersesch-Gerolstein stattgefunden. Teilnehmer waren die Landkreise Cochem-Zell und Daun, die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Ulmen, Kelberg, Daun und Gerolstein, der Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr Rheinland-Pfalz-Nord sowie das Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz. Im Ergebnis waren alle Beteiligten sich einig, dass zum Erhalt der bestehenden Schieneninfrastruktur regelmäßige touristische Sonderfahrten von Nutzen seien. Diese sollen von den Verkehrsämtern und Tourist-Informationen vor Ort mit einem attraktiven »Drum-Herum« versehen werden, zum Beispiel mit einem Ausflugsprogramm zur Nutzung des Maare-Mosel-Radweges. Beginn der Sonderfahrten durch den Verein »Eifelbahn« ist die zweite Jahreshälfte 2000.